Doppelwandiges Edelstahlgehäuse nach Maß

Doppelwandige Edelstahlgehäuse für Technik und Elektronik

Maßgefertigte Innen- und Außengehäuse für Anwendungen, bei denen Sonneneinstrahlung, Temperaturwechsel, Feuchtigkeit oder die Verlustleistung der eingebauten Technik berücksichtigt werden müssen.

Zwischen Innengehäuse und Außenbeplankung befindet sich ein belüfteter Zwischenraum. Je nach Anwendung wird dieser als Luftspalt ausgeführt oder zusätzlich mit geeignetem Dämmmaterial kombiniert.

Abmessungen, Werkstoff, Wandaufbau, Aufstellung, Türkonzept, Kabelwege und Klimatisierung werden für jedes Projekt neu festgelegt. Die gezeigte Ausführung ist deshalb eine Konstruktionsbasis und kein Schrank mit festen Katalogmaßen.

Doppelwandiges Gehäuse anfragen – eine Skizze, Gerätemaße und Angaben zum Aufstellort reichen für eine erste technische Einschätzung.

Geschlossenes doppelwandiges Edelstahlgehäuse mit Hubtür

Visualisierung einer geschlossenen Ausführung. Maße, Wandaufbau, Dämmung und Ausstattung werden projektspezifisch bestimmt.

Geöffnetes doppelwandiges Edelstahlgehäuse mit innenliegendem Hubtürmechanismus

Geöffnete Darstellung mit doppelwandiger Hubtür und innenliegender Mechanik.

Innengehäuse, Luftspalt und Außenbeplankung

Der doppelwandige Aufbau trennt das technische Innengehäuse von der direkt durch Sonne und Witterung belasteten Außenbeplankung. Ventilationsöffnungen zwischen beiden Gehäuseteilen ermöglichen eine Luftzirkulation im Zwischenraum.

Diese Konstruktion kann die direkte Wärmeübertragung und schnelle Temperaturänderungen im Innenraum reduzieren. Ob ein belüfteter Luftspalt ausreicht oder zusätzliche Dämmung erforderlich ist, hängt von Standort, Umgebungstemperaturen, Sonneneinstrahlung und eingebauter Technik ab.

Die Belüftung des Zwischenraums ist nicht automatisch eine Belüftung des technischen Innengehäuses. Schutzwirkung und Klimatisierung des Innenraums werden separat ausgelegt.

Drei thermische Grundausführungen

Der Wandaufbau und die Klimatisierung werden nicht pauschal gewählt. Martinox stimmt die Ausführung auf die thermische Belastung und die gewünschte Schutzwirkung ab.

Belüfteter Luftspalt

Innengehäuse und Außenbeplankung werden durch einen belüfteten Zwischenraum getrennt. Diese passive Lösung kann die Belastung durch Sonneneinstrahlung verringern.

Luftspalt mit Dämmung

Zusätzliches Dämmmaterial kann den Wärmeeintrag und schnelle Temperaturänderungen weiter begrenzen. Material und Dicke werden projektspezifisch gewählt.

Aktive Klimatisierung

Ventilatoren, Filter, Heizung, ein Peltier-Kühlgerät oder ein anderes geeignetes Klimakühlgerät können nach Bedarf integriert werden.

Kombinierte Ausführung

Passive Konstruktion, Dämmung und aktive Komponenten können kombiniert werden, wenn Verlustleistung und Umgebungsbedingungen dies erfordern.

Doppelwandige Hubtür mit innenliegender Mechanik

Auch die Hubtür ist doppelwandig aufgebaut. Sie kann mit einem Luftspalt oder zusätzlich mit Dämmmaterial ausgeführt werden, passend zum übrigen Gehäusekonzept.

Scharnierpunkte und Hubmechanismus liegen innerhalb der Gehäusekontur. Dadurch bleiben die beweglichen Teile geschützt und die Außenseite erhält ein ruhiges, geschlossenes Erscheinungsbild.

Die Hubtür wird mit passend berechneten Edelstahl-Gasfedern ausgestattet. Sie öffnet kontrolliert, bleibt selbstständig in der vorgesehenen Offenstellung und wird auf Größe und Gewicht der jeweiligen Tür abgestimmt.

Bei Außenaufstellung werden Türgröße, Gasfedern, Befestigung und Offenstellung auch im Zusammenhang mit dem vorgesehenen Standort und möglichen Windbelastungen beurteilt.

Passiver Wärmeschutz

Eine Außenbeplankung mit belüftetem Zwischenraum kann direkte Sonneneinstrahlung vom Innengehäuse abschirmen und einen Teil der erwärmten Luft aus dem Zwischenraum abführen.

Zusätzliche Dämmung kann den Wärmestrom weiter begrenzen. Sie ersetzt jedoch keine Berechnung, wenn die eingebauten Komponenten selbst viel Wärme erzeugen oder eine bestimmte Innentemperatur eingehalten werden muss.

Aktive Kühlung mit Peltier-System

Bei Bedarf kann ein thermoelektrisches Peltier-Kühlgerät integriert werden. Es transportiert Wärme von der kalten zur warmen Seite und gibt sie außerhalb des zu kühlenden Bereichs ab.

Die Auswahl erfolgt anhand der Verlustleistung, der gewünschten Innen- und Außentemperaturen und der möglichen Wärmeabfuhr. Auch Kondensat und Regelung müssen bei der Auslegung berücksichtigt werden.

Für größere Wärmelasten oder andere Randbedingungen kann ein anderes Klimakühlgerät geeigneter sein.

Temperaturwechsel und Kondensationsrisiko

Eine doppelwandige Konstruktion kann schnelle Temperaturänderungen im technischen Innenraum dämpfen. Damit lässt sich das Kondensationsrisiko reduzieren, vollständig ausschließen lässt es sich allein durch den doppelwandigen Aufbau jedoch nicht.

Je nach Luftfeuchtigkeit, Temperaturverlauf und Verlustleistung können eine Gehäuseheizung, geregelte Lüftung, Temperatur- oder Feuchteüberwachung und eine geeignete Entwässerung erforderlich sein. Diese Maßnahmen werden gemeinsam mit Dichtungen, Öffnungen und Kabeldurchführungen betrachtet.

Als Wandgehäuse, freistehend oder auf Untergestell

Das doppelwandige Prinzip ist nicht an eine feste Bauform gebunden. Das Gehäuse kann an einer geeigneten Wand befestigt, freistehend ausgeführt oder auf ein projektspezifisches Untergestell gesetzt werden.

Abmessungen und Aufbau

Breite, Höhe, Tiefe, Wandabstand, Luftspalt, Dämmung und Türgröße werden passend zur Technik entwickelt.

Innenausbau

Montageplatten, Tragschienen, Ablagen, Halterungen und Ausschnitte nach Geräteanordnung und Wartungsbedarf.

Kabel und Anschlüsse

Kabeleinführungen, Anschlussfelder und Leitungswege werden in der Freigabezeichnung festgelegt.

Werkstoff und Oberfläche

Edelstahlsorte und Bearbeitung werden auf Korrosion, Reinigung, Küstenklima und weitere Umgebungsbedingungen abgestimmt.

Vor der Fertigung erhalten Sie eine Zeichnung zur Freigabe. Darin werden Gehäuseaufbau, Abmessungen, Tür, Montage, Kabelwege, Innenausbau und vereinbarte Klimakomponenten dokumentiert.

Ausgestattet und montagebereit geliefert

Auf Wunsch montiert Martinox die vereinbarten Komponenten bereits im Gehäuse. Dazu können unter anderem Montageplatten, Ventilatoren, Filter, Gehäuseheizungen, Steckdosen, Temperaturüberwachung oder ein Kühlsystem gehören.

Von uns montierte elektrische Komponenten werden vor der Lieferung auf Funktion geprüft. Das ist keine Abnahme oder Zertifizierung der vollständigen Anlage des Kunden.

Elektrischer Potentialausgleich

Wenn elektrische Geräte eingebaut werden sollen, verbinden wir die relevanten leitfähigen Gehäuseteile elektrisch miteinander. Dazu gehört auch die bewegliche Hubtür.

Der endgültige Schutzleiteranschluss und die elektrische Einbindung in die Gesamtanlage erfolgen projektspezifisch und vor Ort.

Hinweis zur Schutzart: Eine gewünschte Schutzwirkung kann konstruktiv berücksichtigt werden. Eine konkrete IP-Schutzart wird nur zugesagt, wenn sie für die jeweilige Ausführung geprüft oder anderweitig nachgewiesen wurde.

Mögliche Einsatzbereiche

Verkehr, Tunnel und Bahn

Gehäuse für Steuerungen, Mess-, Kommunikations- und Überwachungstechnik an anspruchsvollen Standorten.

Telekommunikation und Netzwerktechnik

Schutz von aktiven Komponenten, Datenverteilung, Sensorik und technischen Anschlüssen.

Energie, Wasser und Infrastruktur

Maßgehäuse für Automatisierung, Pumpentechnik, Messsysteme und dezentrale elektrische Ausrüstung.

Maritime und Offshore-nahe Anwendungen

Projektspezifische Ausführungen für Küstenklima, maritime Industrie und Offshore-Anwendungen nach Klärung der Umgebungs- und Nachweisanforderungen.

Maschinenbau und Prozessindustrie

Gehäuse für Industrie-PCs, Bediengeräte, Elektronik und Sonderkomponenten in nicht standardisierten Einbausituationen.

Außenaufstellung und Wechselklima

Anwendungen mit Sonneneinstrahlung, Tag-Nacht-Wechseln, Feuchtigkeit oder erhöhtem Kondensationsrisiko.

Für maritime oder Offshore-Anwendungen werden Material, Korrosionsbelastung, Befestigung, Dichtungen, Wind, Temperatur und erforderliche Prüfungen projektspezifisch geklärt. Die Nennung eines Einsatzbereichs ist keine Zertifizierungszusage.

Welche Angaben benötigen wir?

Für eine erste Auslegung helfen folgende Informationen:

  • Abmessungen, Gewicht und Anordnung der einzubauenden Komponenten
  • elektrische Verlustleistung der Geräte
  • Aufstellort, Innen- oder Außeneinsatz und mögliche Sonneneinstrahlung
  • minimale und maximale Umgebungstemperatur
  • gewünschter Temperaturbereich im technischen Innenraum
  • Feuchtigkeit, Reinigung, Salz- oder Korrosionsbelastung
  • Montageart, Bedienung, Kabelanschlüsse und Wartungszugang

Aus diesen Randbedingungen bestimmen wir, ob Luftspalt, Dämmung, passive Lüftung, Heizung oder aktive Kühlung sinnvoll sind.

Häufige Fragen zu doppelwandigen Edelstahlgehäusen

Ist die Dämmung bei einem doppelwandigen Gehäuse immer erforderlich?

Nein. Das Gehäuse kann mit einem belüfteten Luftspalt oder zusätzlich mit Dämmmaterial ausgeführt werden. Die Auswahl hängt von Sonneneinstrahlung, Temperatur, Verlustleistung und gewünschtem Innenklima ab.

Wird auch die Hubtür doppelwandig ausgeführt?

Ja. Auch die Hubtür ist doppelwandig und kann je nach thermischem Konzept mit Luftspalt oder zusätzlicher Dämmung gefertigt werden. Der Hubmechanismus liegt innerhalb der Gehäusekontur.

Verhindert der doppelwandige Aufbau Kondensat vollständig?

Nein. Er kann schnelle Temperaturänderungen und damit das Kondensationsrisiko reduzieren. Je nach Bedingungen können zusätzlich Heizung, geregelte Lüftung, Überwachung oder weitere Maßnahmen erforderlich sein.

Kann ein Peltier-Kühlgerät eingebaut werden?

Ja. Wenn Wärmelast und Temperaturbedingungen dazu passen, kann ein thermoelektrisches Peltier-Kühlgerät integriert werden. Kühlleistung, Wärmeabfuhr, Regelung und Kondensat werden projektspezifisch berechnet.

Ist das Gehäuse auch für maritime oder Offshore-Anwendungen geeignet?

Eine projektspezifische Ausführung ist möglich. Werkstoff, Korrosionsbelastung, Dichtungen, Befestigung, Wind, Klima und erforderliche Prüfungen müssen jedoch für den konkreten Standort festgelegt werden.